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  • AutorenbildDennis

Killers of the Flower Moon - Ich kann den Oscar förmlich schon riechen

Aktualisiert: 20. Okt. 2023


Das "Kino" stirbt! Zumindest behauptet das Martin Scorsese seit Jahren. Und ich muss sagen, da ist Etwas dran, denn wir leben in einer Welt in der Filme oder das Kino wie Scorsese, oder auch ich es aus unserer Kindheit kennen, teils nur noch als "Content" betitelt werden. Er vergleicht große Blockbuster, wie das Marvel Cinematic Universe, mit Attraktionen in einem Vergnügungspark, und trifft damit ins Schwarze. Und die schwindenden Zuschauerzahlen der großen Hollywood Produktionen geben ihm Recht. Es hat sich in der Bevölkerung so etwas wie eine Müdigkeit eingestellt, denn so langsam haben viele genug davon die gleichen aufgewärmten Geschichten vorgesetzt zu bekommen. Den Leute verlangt es wieder nach echtem Storytelling und frischen Ideen, wie Barbie oder aussergewöhnlichen Filmen wie Oppenheimer. Aber Scorsese kämpft, er kämpft um die Seele des Kinos und mit "Killers of the Flower Moon" spendiert er uns nach diesem eher durchwachsenen Kinosommer einen wahrhaft umwerfenden Film.


Im neuesten Machwerk der New Hollywood Legende, spielt DiCaprio den unsicheren Kriegsrückkehrer Ernest Burkhart, der nach Oklahoma kommt, um für seinen wohlhabenden Onkel William Hale (Robert De Niro) zu arbeiten. Schon bald lernt er die hübsche Osage Mollie (Lily Gladstone) kennen, und sein Onkel wittert hier die Gelegenheit sich das Vermögen ihrer Familie zu erschleichen, denn die Osages sind Allesamt steinreich, da es auf ihrem Land nur so vor Ölfeldern wimmelt. Rechtlich können sie aber nur in Absprache mit ihrem Vormund Ausgaben tätigen und so schmiedet Hale den Plan einen nach dem anderen umzubringen, um so die Erbfolge auf seinen Neffen zu lenken.

Der Film lebt von seiner Bildgewalt und den überzeugenden Leistungen des Ensembles, allen voran Gladstone und DiCaprio, die hier beide zu absoluter Höchstform auflaufen. Ernest Burkhart ist ein gebrochener, unsicherer Mann der nur zu leicht durch die Versprechen vom großen Reichtum verführt wird und man kann DiCaprio über die gesamte Spielzeit des Films den inneren Kampf den Ernest mit sich ausfechtet ansehen. Auf der einen Seite steht die Liebe zu seiner Frau und auf der anderen die Loyalität zu seinem manipulativen Onkel. Man hat Mitleid mit ihm, hofft das er irgendwie die Kurve bekommt und gleichzeitig kann man es nicht fassen zu was Menschen fähig sind. Das alles wird durch Rodrigo Prieto's Kameraführung meisterhaft eingefangen und zusammen mit Jaqueline West's Kostümen wird ein Gesamtbild geschaffen, welches mich zu jeder Minute in seinen Bann ziehen konnte.

Unterstützt wird das Ganze durch einen exzellenten Supporting-Cast, unter anderem bestehend aus John Lithgow (Blow Out), William Belleau (DreamKeeper), Brendan Fraser (Die Mumie) und Jesse Plemons (The Power of the Dog).

Da sich nun das Jahr dem Ende zuneigt und nur noch wenige Filme in den Startlöchern stehen, die in der gleichen Liga spielen, gebe ich hier schonmal die vorsichtige Prognose ab und sage das "Killers of the Flower Moon" mein Film des Jahres ist. Bleibt nur noch zu sagen:"Danke Mr. Scorsese, bitte hören sie nie auf das Kino zu retten!"


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